Ein warmer Spätsommertag am Bienenstand: Die Bienen tragen fleißig ein, doch vor dem Flugloch schwirrt etwas, das dort nicht hingehört. Eine große, dunkle Hornisse lauert, schnappt sich eine heimkehrende Sammlerin und verschwindet. Wer das einmal beobachtet hat, weiß, wie bedrohlich die Asiatische Hornisse für ein Volk werden kann. In diesem Beitrag erfährst du, welche Maßnahmen dir wirklich helfen, wie du einen Verdacht richtig meldest und warum Eigenmächtigkeit hier mehr schadet als nützt.

Kurzüberblick: Was dich erwartet

Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) breitet sich in Deutschland weiter aus und macht Jagd auf Honigbienen. Du lernst, wie du deine Völker am Flugloch schützt, wie du einen Fund korrekt dokumentierst und meldest und welche Methoden zur Nestentfernung Fachleuten vorbehalten bleiben. Das Ziel: deine Bienen sichern, ohne der Natur zu schaden.

Warum die Asiatische Hornisse ein Problem für deine Bienen ist

Die Asiatische Hornisse ernährt sich unter anderem von Insekten und füttert damit ihre Brut. Honigbienen sind dabei eine leichte Beute. Vor allem gegen Ende der Saison kann der Jagddruck stark steigen: Arbeiterinnen belagern dann regelrecht die Fluglöcher und fangen ein- und ausfliegende Bienen ab.

Das Tückische ist die Belagerung selbst. Wenn ständig Hornissen vor dem Stock patrouillieren, trauen sich die Bienen kaum noch hinaus. Die Folge sind weniger Sammelflüge, Stress im Volk und im schlimmsten Fall eine geschwächte Wintervorbereitung. Wie viele andere natürliche Gegner gehört auch diese Hornisse damit zu den ernst zu nehmenden Feinden der Bienen, denen du als Imker aufmerksam begegnen solltest.

Erkennen, schützen, handeln: dein Maßnahmenplan

Welche Maßnahme sinnvoll ist, hängt stark von der Nestdichte und dem Ausbreitungsgrad in deiner Region ab. Je nach Situation kombinierst du mehrere Bausteine.

Flugloch und Stand absichern

Sogenannte Fluglochschutzgitter oder „Maulkörbe” ergeben vor allem am Saisonende Sinn, wenn der Jagddruck hoch ist. Sie erschweren es den Hornissen, einzelne Bienen abzufangen, und verhindern, dass die Hornissen in den Stock eindringen.

Hilfreich ist außerdem, die Vegetation vor den Fluglöchern etwas höher wachsen zu lassen. Das schafft eine natürliche Barriere und stört die Anflugrouten der Hornissen. Auch gespannte Vogel- oder Maschennetze sowie Zäune können den direkten Zugang zum Flugloch reduzieren.

Auf selektive Fallen setzen

Fallen können beim Monitoring und bei hohem Befall unterstützen, doch hier ist Sorgfalt gefragt. Verzichte auf selbstgebaute Flaschenfallen, in denen wahllos alles stirbt. Solche Fallen töten unzählige nützliche Insekten und treffen die Hornisse oft kaum.

Setze stattdessen auf möglichst selektive Fallen, die Beifang reduzieren. Wichtig: Ob Fallen frei aufgehängt werden dürfen oder eine Genehmigung nötig ist, unterscheidet sich von Land zu Land und teils von Region zu Region. Informiere dich vorher bei deiner zuständigen Stelle. Zur reinen Beobachtung kannst du auch Locktöpfe für ein Monitoring nutzen.

Bei starkem Befall: zusätzliche Technik

Findet eine sehr hohe Bejagung statt, kommen bei manchen Imkern elektrische Harfen zum Einsatz, die jagende Hornissen am Stand reduzieren. Der wichtigste Hebel bleibt jedoch ein anderer: Nester rechtzeitig entfernen zu lassen und so die Nestdichte so gering wie möglich zu halten. Das schützt nicht nur deinen eigenen Stand, sondern die gesamte Umgebung.

Verdacht auf Asiatische Hornisse: Fangen, fotografieren, melden

Du musst kein Imker sein, um zu helfen. Gerade aufmerksame Beobachtungen aus der Bevölkerung sind wertvoll. Wenn du den Verdacht hast, eine Asiatische Hornisse oder ein Nest entdeckt zu haben, gilt ein einfacher Dreiklang: dokumentieren, melden, bestätigen lassen.

  • Dokumentieren: Töte das Tier nicht. Fange es vorsichtig, fotografiere es und mache am besten ein kurzes Video. Bei einem Nest hilft es, die umherfliegenden Tiere im Bild festzuhalten. Das erleichtert die spätere Bestimmung.
  • Melden: Wo du einen Fund meldest, ist von Land zu Land verschieden. In Österreich gibt es zum Beispiel eine zentrale Meldeplattform. In Deutschland steigt die Nestdichte Jahr für Jahr, und die Art breitet sich in neue Regionen aus, weshalb es je nach Bundesland unterschiedliche Meldeplattformen gibt. Prüfe, welche Stelle für dich zuständig ist.
  • Bestätigen lassen: Wende dich an Hornissenberater oder dein Veterinäramt. Dort hilft man dir weiter und kann den Fund eindeutig bestimmen.

Warum nicht einfach selbst töten? Weil es sich auch um eine geschützte oder verwechselte Art handeln könnte. Eine sichere Bestimmung durch Fachleute ist deshalb die Grundlage für alles Weitere.

Häufige Fehler, die du vermeiden solltest

Drei Punkte führen in der Praxis immer wieder zu Problemen:

  • Nester in Eigenregie entfernen: Das ist sehr gefährlich. Die Entfernung gehört ausschließlich in die Hände geschulter Personen mit geeigneter Ausrüstung, niemals auf eigene Faust.
  • Gift in die Natur bringen: Methoden mit Giftködern oder die Nestentfernung mit Pestiziden sind heikel. Nester befinden sich häufig in Gewässernähe. Brechen behandelte Nestteile ab und fallen ins Wasser, können Fische und andere Wasserorganismen Schaden nehmen.
  • Pauschallösungen erwarten: Es gibt keinen einzelnen Trick, der überall wirkt. Wirksam ist die Kombination aus Schutz am Stand, Monitoring und der rechtzeitigen, fachgerechten Nestentfernung.

Schon gewusst? Es geht auch ohne Gift

Mittlerweile gibt es ungiftige Methoden zur Nestentfernung, etwa mit Aktivkohle oder Wasserdampf. Diese Ansätze werden weiterentwickelt und sind gegenüber Pestiziden zu bevorzugen, bei denen oft unklar bleibt, wohin die Wirkstoffe in der Umwelt gelangen. Gerade für naturnah arbeitende Imker ist das eine gute Nachricht.

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Häufige Fragen zur Asiatischen Hornisse

In den meisten Regionen ist eine Meldung sinnvoll und erwünscht. Da die Zuständigkeiten je nach Bundesland und Land unterschiedlich sind, solltest du die für dich passende Meldeplattform heraussuchen und den Fund dort dokumentiert melden.

Nein. Die Entfernung ist gefährlich und sollte ausschließlich von geschulten Personen mit passender Ausrüstung durchgeführt werden. Melde das Nest und überlass die Entfernung den Fachleuten.

Eine möglichst selektive Falle mit geringem Beifang. Selbstgebaute Flaschenfallen, in denen alle Insekten sterben, sind ungeeignet. Beachte außerdem, ob in deiner Region eine Genehmigung für das Aufhängen nötig ist.

Mit Fluglochschutz, höherer Vegetation vor dem Stock sowie Netzen oder Zäunen als zusätzliche Barriere. Am wirkungsvollsten bleibt es, die Nestdichte in der Umgebung durch rechtzeitige Meldung und Entfernung niedrig zu halten.

Resümee

Die Asiatische Hornisse stellt Imker vor neue Herausforderungen, doch du bist ihr nicht hilflos ausgeliefert. Sichere deine Fluglöcher, beobachte deinen Stand aufmerksam und nutze nur selektive, genehmigte Hilfsmittel. Entscheidend ist das gemeinsame Handeln: Wer Funde dokumentiert, korrekt meldet und die Nestentfernung Profis überlässt, hilft den eigenen Völkern und der Natur zugleich.

Halte in der kommenden Saison die Augen offen, informiere dich über die zuständige Meldestelle in deiner Region und prüfe deinen Bienenstand frühzeitig auf passende Schutzmöglichkeiten. So bist du vorbereitet, bevor der Jagddruck im Spätsommer steigt.

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