Futtertasche richtig verwenden: Anleitung & Unterschied zum Adamfütterer

Du stehst am Bienenstand, der Eimer mit Futtersirup in der Hand, und fragst dich: Wie bekomme ich das Futter sauber, sicher und ohne ertrunkene Bienen ins Volk? Eine Futtertasche nimmt dir genau diese Sorge ab. In diesem Beitrag erfährst du, wie du eine Futtertasche richtig einsetzt, worauf es beim Befüllen ankommt und wie sie sich vom Adamfütterer unterscheidet. So findest du die Methode, die zu deiner Beute und deiner Betriebsweise passt.

Kurzüberblick

Die Futtertasche ist eine schmale Futtervorrichtung, die du anstelle einer Wabe in die Zarge hängst. Sie eignet sich für kleine bis mittlere Futtermengen und für gezieltes Füttern. Der Adamfütterer fasst deutlich mehr und wird von oben befüllt. Welche Lösung besser passt, hängt von Volk, Jahreszeit und Beutensystem ab.

Was ist eine Futtertasche?

Eine Futtertasche ist ein wannenartiges Gefäß im Rähmchenformat. Du hängst sie wie eine normale Wabe seitlich in den Brut- oder Honigraum. Damit sitzt das Futter direkt bei den Bienen, die ohne Umwege darauf zugreifen können.

Die meisten Modelle bestehen aus lebensmittelechtem, halbtransparentem Kunststoff. Das hat einen praktischen Vorteil: Du erkennst den Füllstand auf einen Blick, ohne die Beute unnötig zu öffnen. Gängige Größen gibt es für die verbreiteten Rähmchenmaße wie Deutsch Normalmaß (DNM), Zander, Dadant US und Mini Plus. Es gibt sie in einfacher und in doppelter Wabenbreite, je nachdem wie viel Futter du auf einmal geben möchtest.

Eine Futtertasche spielt ihre Stärken vor allem bei diesen Aufgaben aus:

  • Ableger und kleine Völker: kontrollierte, kleinere Mengen ohne Überforderung des Volkes
  • Reizfütterung im Frühjahr: gezielte Gaben, um die Brut anzuregen
  • Notfütterung: schnelle Versorgung, wenn ein Volk knapp dran ist

Futtertasche richtig verwenden: So gehst du vor

1. Vorbereiten und einsetzen

Hänge die Futtertasche an den Rand des Brutraums, direkt neben die äußerste Wabe. So bleibt der Weg für die Bienen kurz und das Brutnest ungestört. Achte darauf, dass die Tasche fest sitzt und nicht kippelt. Bei doppelter Wabenbreite nimmt sie etwas mehr Platz weg, fasst dafür aber mehr Futter.

2. Befüllen und Ertrinken vermeiden

Fülle Sirup oder selbst angerührtes Zuckerwasser erst ein, wenn die Tasche eingesetzt ist. Das beugt Kleckern auf den Waben vor. Der wichtigste Punkt: Bienen können in Flüssigkeit ertrinken. Lege deshalb eine Aufstiegshilfe hinein – etwa Holzstäbchen, Kork, Stroh oder eine schwimmende Schwimmhilfe. Viele Kunststofftaschen haben dafür bereits geriffelte oder angeraute Innenwände, an denen die Bienen sicher hochlaufen.

Wie du dein Futter ansetzt und welche Mischungsverhältnisse wann sinnvoll sind, liest du ausführlich in unserem Handbuch zur Bienenfütterung.

3. Kontrollieren und nachfüllen

Dank des halbtransparenten Materials siehst du, wann die Tasche leer ist. Fülle bedarfsgerecht nach und beobachte, wie schnell das Volk das Futter abnimmt. Nimmt es zügig ab, braucht es mehr. Bleibt das Futter stehen, kann das auf gutes Trachtangebot oder ein Problem hindeuten. Reinige die Tasche regelmäßig – die meisten Modelle sind spülmaschinenfest, was Schimmel und Gärungsresten vorbeugt.

Was ist ein Adamfütterer?

Der Adamfütterer – auch als Futtertrog oder Rapid-Fütterer bekannt – geht auf Bruder Adam von der Abtei Buckfast zurück. Er wird nicht in den Wabenraum gehängt, sondern von oben aufgesetzt oder eingesetzt. Die Bienen steigen durch einen zentralen oder seitlichen Zugang nach oben und nehmen das Futter über eine geschützte Kammer auf, ohne in die Flüssigkeit zu gelangen.

Sein großer Vorteil ist das Volumen: Modelle fassen oft mehrere Liter und damit mehrere Kilogramm Futter auf einmal. Das macht ihn zur ersten Wahl, wenn du im Spätsommer große Mengen für die Einwinterung gibst. Ein weiterer Pluspunkt: Du kannst nachfüllen, ohne den Brutraum zu öffnen und das Volk zu stören.

Futtertasche oder Adamfütterer? Der Unterschied im Detail

Beide Systeme bringen Futter ins Volk – aber auf unterschiedliche Weise. Diese drei Punkte helfen dir bei der Entscheidung:

  • Menge: Die Futtertasche fasst kleinere Mengen und eignet sich für gezielte Gaben, Ableger und Reizfütterung. Der Adamfütterer fasst mehrere Liter und ist ideal für die Auffütterung im großen Stil.
  • Position und Handhabung: Die Futtertasche hängt im Wabenraum und benötigt einen Wabenplatz. Der Adamfütterer sitzt oben auf und lässt sich befüllen, ohne den Brutraum zu öffnen.
  • Einsatzzweck: Für kleine, kontrollierte Gaben und enge Beuten ist die Tasche praktisch. Für die zügige Einwinterung großer Völker ist der Trog effizienter.

Viele Imker nutzen beides parallel: die Futtertasche für Ableger und gezielte Frühjahrsgaben, den Adamfütterer für die Hauptauffütterung im Spätsommer. Eine bewährte und platzsparende Futtertasche findest du in unseren Futtervorrichtungen in den gängigen Wabenmaßen. Wenn du dagegen große Mengen auf einmal geben möchtest, ist ein Adamfütterer als Futtertrog die durchdachtere Wahl.

Schon gewusst?

Der Adamfütterer trägt den Namen von Bruder Adam, einem der bekanntesten Imker des 20. Jahrhunderts. Er entwickelte in der Abtei Buckfast die nach ihr benannte Buckfast-Biene und tüftelte an vielen praktischen Hilfsmitteln, die den Imkeralltag bis heute prägen.

Häufige Fehler beim Füttern – und wie du sie vermeidest

Drei Stolperfallen tauchen besonders oft auf:

  • Keine Aufstiegshilfe: Ohne Schwimmhilfe ertrinken Bienen im Sirup. Lege immer etwas zum Festhalten hinein, wenn das Modell keine geriffelten Wände hat.
  • Zu spät oder zu früh füttern: Die Auffütterung sollte nach der letzten Honigernte beginnen und je nach Region rechtzeitig abgeschlossen sein. Während der Tracht störst du mit Fütterung nur und riskierst verfälschten Honig.
  • Reste stehen lassen: Selbst angerührtes Zuckerwasser gärt schnell. Gib nur so viel, wie das Volk in wenigen Tagen abnimmt, und reinige die Vorrichtung regelmäßig.

FAQ – Häufige Fragen zur Futtertasche

Das hängt von Größe und Wabenmaß ab. Modelle in einfacher Wabenbreite fassen je nach Maß rund einen bis wenige Liter, Maxi-Varianten in doppelter Breite deutlich mehr. Für große Mengen ist ein Adamfütterer meist besser geeignet.

Nutze eine Aufstiegshilfe wie Holzstäbchen, Kork oder Stroh. Viele Kunststofftaschen haben angeraute oder geriffelte Innenwände, die den Bienen sicheren Halt geben.

Ja, viele Imker füllen weichen Futterteig direkt in die Tasche. Achte darauf, dass der Teig nicht austrocknet, sonst können ihn die Bienen schlechter aufnehmen.

Für gezielte kleine Gaben, Ableger und Reizfütterung ist die Futtertasche ideal. Für die große Auffütterung im Spätsommer greifst du besser zum Adamfütterer mit höherem Fassungsvermögen.

Resümee

Eine Futtertasche ist ein einfaches, flexibles Werkzeug für die gezielte Fütterung – besonders bei Ablegern, kleinen Völkern und der Reizfütterung im Frühjahr. Der Adamfütterer punktet mit großem Volumen und stressfreiem Nachfüllen von oben, ideal für die Einwinterung. Beide Systeme ergänzen sich gut. Entscheidend ist, dass du sauber arbeitest, eine Aufstiegshilfe nutzt und die Futtermenge an Volk und Jahreszeit anpasst.

Wenn du deine Fütterung neu aufstellst, lohnt sich ein Blick auf das passende Wabenmaß deiner Beute. So findest du die Futtertasche oder den Adamfütterer, der ohne Tüftelei in dein System passt – und kannst dich auf das Wesentliche konzentrieren: gesunde, gut versorgte Bienen.

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